Formen (Kuen, Kata)

Als Form kann man systematisch organisierte hintereinander folgende Bewegungen von Verteidigungs- und Angriffstechniken bezeichnen, die in ihrer Bedeutung als ein verfahren zu verstehen ist, das eine Verteidigung gegen ein, zwei, drei oder gar noch mehreren Gegnern darstellt. Sie umfassen durchdringende und peitschende Schläge und Blöcke mit den Händen und Armen sowie schnelle durchschlagende Tritte und Sprünge mit den Füßen und Beinen.
Das sorgfältige Studium der Formen zeigt die gemeinsame Anwendung der Verteidigungs- und Angriffstechnik, wobei beide Anwendungen ein einheitliches ganzes bilden. Die Komplexität der Formen, wie sie von dem Lehrer zum Schüler gelernt werden, ist wichtig für Kraft, Kondition, Konzentration, Ausdruck, Schnelligkeit und Gleichgewicht. Formen sind Basisübungen für sämtliche Techniken und spiegeln die Qualität des Stils, des Lehrers und der eigenen Persönlichkeit wieder.

Der Schlüssel zur Beherrschung und Ausführung der Formen, und natürlich der Kampfkunst, liegt im Geist und in der Seele eines Kämpfers verborgen. Denn wer begriffen hat, was es heißt die Form – sowie die Kampfkunst - zu `Leben´, der wird die Ausführung auch in vollendeter Perfektion beherrschen.

Traditionelles Waffentraining

Die Waffen, mit denen ein Anfänger im Kung Fu oft arbeitet, sind nicht nur Spiel oder Spaß, sondern erfordern ein hohes Maß an Geschicklichkeit. Sie werden nicht nur als erforderliche Verbindung zum traditionellen Kung Fu praktiziert, sondern auch deshalb, weil vieles einem Schüler nicht anders beigebracht werden kann. Es gibt sehr viele Möglichkeiten der Erfahrung, was man bei dem Erlernen und der Ausführung von Waffen alles erkennen kann. Traditionelle chinesische Waffen (Langstock, Säbel, Speer, Schwert, Dreistock usw.) besitzen ihren ganz eigenen Charakter und haben einen bestimmten Zweck bzw. Aufgabe.

Mit der nötigen Konzentration beim Waffentraining hat man die Möglichkeit (mit speziellen Waffen), die vorgenannten Fähigkeiten bis zum Äußersten auszubilden. So fördern z. B. die flexiblen Waffen das Reaktionsvermögen, die Doppelwaffen das Timing, die schweren Langwaffen die Kondition und die Kraft, akrobatische Waffenformen die Geschmeidigkeit um nur einiges zu erwähnen.

Ein nicht sofort erkennbarer Vorteil eines umfassenden Waffentrainings ist es, den Kämpfer, ohne Säbel oder Speer bei sich zu haben, in die Lage zu versetzen, ein Ast, Regenschirm oder jeden anderen beliebigen Gegenstand, den man überall findet, in die Hand zu nehmen und im Notfall als Verteidigungswaffe effektiv gegen einen oder mehreren Gegnern als Waffe einsetzen zu können. Ein weiterer wichtiger Punkt des Waffentrainings sollte es sein, die Kampfbezogene Technik der einzelnen, oft auch speziellen, Waffen nicht zu vernachlässigen und das die ganze Aufmerksamkeit auf die Effektivität und Anwendbarkeit der Technik gelegt wird. Alle Waffen, jede einzelne, hat einen bestimmten Zweck – eine bestimmte Aufgabe.